Unsere Partnerschule A.I. Steenkamp in Namibia

Partnerschule Steenkamp Seit einem Jahr hat unsere Schule eine Partnerschaft mit der Steenkamp Schule in Katutura, Namibia gestartet. Namibia liegt im Südwesten und wird begrenzt von den Ländern Angola, Sambia, Zimbabwe, Botswana und Südafrika sowie dem Süd-Atlantik. Katutura ist eine Vorstadt der Hauptstadt Namibias Windhoek. Fast 67.000 Menschen wohnen in Katutura.

Schulpartnerschaft Briefe Wie kam es zu der Schulpartnerschaft? Bevor die Partnerschaft im Schuljahr 2013/14 offiziell begann, bestand bereits eine Verbindung zu dieser Schule. Im Schuljahr 2012/13 sammelte die Projektgruppe „Wir übernehmen Verantwortung in der Welt“ durch Kuchenverkauf Geld für die Speisung der Schülerinnen und Schüler an der Steenkamp Schule in Katutura. Darüber hinaus sammelten sie Hefte, Stifte, Taschenrechner, Lineale usw. und schickten alles in einem Container nach Namibia an diese Schule. Diese Initiative bekam eine sehr positive Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften sowie in der Öffentlichkeit. So entstand ein Jahr später aus diesem kleinen Projekt etwas Größeres und für beide Seiten sicherlich Erfreuliches, nämlich die jetzt bestehende Schulpartnerschaft.

Steenkamp Schüler Die Steenkamp Schule ist eine der größten Schulen in Katutura. Ca. 1406 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 7 besuchen die Schule. Die Klassen sind im Vergleich zur Theodor-Heuss-Realschule mit ca. 38 bis 48 Schülerinnen und Schüler pro Klasse sehr groß. Anders als bei uns an der Schule, tragen alle Schülerinnen und Schüler der Steenkamp Schule eine Schuluniform. Englisch ist die offizielle Sprache in Namibia. An der Schule werden aber nicht nur Englisch, sondern auch die lokalen Dialekte gelehrt, z.B. der "Nama Darama Dialekt".

Die Schulleiterin der Steenkamp Schule, Frau Rudolfine Kamahene, ist über die entstandene Partnerschaft sehr erfreut und schreibt in ihrer E-Mail:

Lehrerin der Steenkamp Schule mit Schülerinnen “It's my honor to meet you. Today is a historical day for me as the principal of the school and also for the whole A. I. Steenkamp. We give our sincere gratitude to you for this great chance to co-operate and learn more from our global neighbors.”
(“Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen. Heute ist ein historischer Tag für mich als Schulleiterin und für die ganze A.I. Steenkamp Schule. Wir bedanken uns ganz herzliche für die großartige Möglichkeit, miteinander zu kooperieren und von unseren globalen Nachbarn zu lernen.“)

Steenkamp Schüler Der Schulalltag ist für viele Kinder und Jugendliche an der Steenkamp Schule nicht einfach. Viele müssen einen langen Weg zu Fuss zurücklegen bevor sie an der Schule ankommen. Einige bekommen nur an der Schule eine warme Mahlzeit. Oft fehlt es an elementaren Schulutensilien und Büchern sowie Geldern für warme Mahlzeiten, so dass das Lernen erschwert ist.

Steenkamp Schüler Es gibt allerdings aber auch erfreuliche Momente: Die Steenkamp Schule gilt laut der Schulleiterin Kamahene als eine der saubersten Schulen in der Umgebung. Die Schülerinnen und Schüler sind sehr stolz auf diesen Titel und auch darauf, dass dadurch bestimmte Schulprojekte vom Staat unterstützt werden. Drei Schülerinnen und Schüler der Steenkamp Schule bekamen dieses Schuljahr ein Stipendium, um eine weiterführende Schule besuchen zu können.

Um über unsere Partnerschule aus erster Hand mehr zu erfahren, wurde ein Vortrag am 11. März 2014 für die Eltern und Lehrkräfte und am 12. März 2014 für die Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule organisiert. Als Referenten waren Frau und Herr Köpfle eingeladen. Die pensionierten Lehrer aus Heidelberg unterrichteten vor einiger Zeit in Namibia an der Bridging School in Namibia und besuchten im Rahmen ihres Aufenthaltes auch unsere Partnerschule Steenkamp. Kompetent und spannend berichteten sie über das Land und dessen Traditionen, über ihre Erfahrungen und den Schulalltag der namibischen Kinder. Auch die Rhein-Neckar Zeitung war dabei und berichtete über die Partnerschaft in einem Artikel. Anschließend beantworteten die Referenten bei einer Diskussionsrunde die zahlreichen Fragen der Jugendlichen. Da es so viele Fragen gab und diese den zeitlichen Rahmen des Vortrags sprengten, setzten Frau und Herr Köpfle die Diskussionsrunde nach der Veranstaltung auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler in der Klasse 5A fort.

Herr Rupp bedankt sich bei Frau und Herrn Köpfle
Herr Rupp bedankt sich bei Frau und Herrn Köpfle
Konstantin Plasoti (8A) und Fabian Wamich (8B) überreichen 500 Euro an unsere Partnerschule aus dem Friedenspreis
Konstantin Plasoti (8A) und Fabian Wamich (8B) überreichen 500 Euro an unsere Partnerschule aus dem Friedenspreis
Schulspeisung
Schulspeisung
Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule
Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule
Frau und Herr Köpfle nehmen den Scheck für die Steenkamp Schule
Frau und Herr Köpfle nehmen den Scheck für die Steenkamp Schule
Herr Köpfle besucht die Steenkamp Schule
Herr Köpfle besucht die Steenkamp Schule
Typisches Essen in Namibia: Maisbrei
Typisches Essen in Namibia: Maisbrei
Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule beim Vortrag im März 2014
Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule beim Vortrag im März 2014

Schulpartnerschaft Briefe Im März starteten wir die Brieffreundschaft mit unserer Partnerschule. Alle Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule können daran teilnehmen. In den Briefen erzählen die Jugendlichen über ihre Familien und Geschwister, ihren Schulalltag, ihre Hobbys und Freizeitaktivitäten. Sie haben auch viele Fragen an ihre Partnerschülerinnen und -schüler: Wie lange ist der Schulweg? Wann beginnt die Schule? Wie viele Fächer haben sie? Was ist ihr Lieblingsessen? Was machen sie gerne nach der Schule? Welche Feiertage gibt es in Namibia? Das sind nur einige von ganz vielen Fragen. Alle sind selbstverständlich sehr gespannt auf die Antworten der Schülerinnen und Schüler aus Namibia. Da muss man allerdings etwas Geduld haben: Kaum jemand von den Schülerinnen und Schülern hat einen Internetzugang zu Hause, auch an der Schule ist die technische Ausstattung sehr mangelhaft.

Wir haben aber eine Möglichkeit gefunden, den Briefkontakt doch in die Gänge zu bringen und ihn etwas persönlicher zu gestalten. Im Juli war Frau Meissner bei uns in der Schule. Frau Meissner, die teilweise in Mannheim und teilweise in Windhoek wohnt, engagiert sich seit mehreren Jahren von einer kirchlichen Organisation in Mannheim und betreut viele soziale Projekte vor Ort in Namibia. Auch unsere Partnerschule kennt sie sehr gut. Sie erzählte über die Steenkamp Schule. Die Jugendlichen der Theodor-Heuss-Realschule bereiteten ein kleines Geschenk für unsere Partnerschule: ein selbstgebasteltes Plakat als Zeichen der Freundschaft und Kooperation, das alle Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule unterschrieben haben und ein Buch über Heidelberg. Das Plakat und das Buch wurden durch Frau Meissner an die Steenkamp Schule überreicht.

Am 8. Mai 2014 fand ein Sponsorenlauf zugunsten unserer Partnerschule statt. Alle Schüler und Lehrer nahmen daran teil. Auch viele Eltern unterstützten uns tatkräftig an dem Tag. Durch den großartigen Einsatz aller am Sponsorenlauf Beteiligten und Mitwirkenden konnten wir eine erstaunliche Summe in Höhe von 5.600 Euro sammeln.

Schulpartnerschaft Plakat Dieses Geld kommt unserer Partnerschule in Namibia zugute und ermöglicht den namibischen Schülerinnen und Schülern eine regelmäßige Versorgung mit warmen Mahlzeiten sowie mit Schulbüchern und Schulmobiliar. Als die Schulleiterin der Steenkamp Schule vom Sponsorenlauf am Telefon erfuhr, musste sie mit den Tränen kämpfen: „Ich kann kaum Worte finden, um meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. Für meine Schülerinnen und Schüler bedeutet es sehr, sehr viel. Seit Wochen ist es die erste gute Nachricht für unsere Schule. Es ist wie ein Wunder.“

Die Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule freuen sich, dass ihr Engagement den Kindern in Steenkamp bessere Lernchancen ermöglicht. In ihren Briefen nach dem Sponsorenlauf schrieben die Jugendlichen:

„It was great and a lot of fun, though it wasn’t easy to run so many rounds. We collected a lot of money and we hope that we could help you. I found the marathon great and would do it again.”
(„Es war toll und hat Spaß gemacht, obwohl es nicht einfach war, so viele Runden zu laufen. Wir sammelten viel Geld und hoffen, dass we euch damit helfen konnten. Ich fand den Sponsorenlauf toll und würden noch mal daran teilnehmen.“)

„Today was a special day because we had a marathon. My Mom and my Dad gave me one euro per one round, so I donated 10 euros to your school. I hope this money will help you to have a better school education and a better life.”
(“Es war ein besonderer Tag heute, weil wir den Sponsorenlauf hatten. Meine Mutter und mein Vater gaben mir 1 Euro pro Runde. Ich spendete insgesamt 10 Euro an eure Schule. Ich hoffe, dass dieses Geld euch zu einer besseren Schulbildung und einem besseren Leben verhilft.“)

Einige von den Fotos für diesen Artikel wurden freundlicherweise von Frau Kamahene und Familie Köpfle zur Verfügung gestellt.


Ausbildungsschule der

Pädagogische Hochschule Heidelberg

Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (RS) Karlsruhe



Unsere Sponsoren:

City Cult Heidelberg

päd-aktiv

Karlstorbahnhof

Theater und Orchester Heidelberg

Volkshochschule Heidelberg e.V.



Impressum | Haftungsausschluss | Datenschutzerklärung | Login